Thomas Przybilkas Krimi-Tipp
zur Sekundärliteratur

No. 42



Die Alligatorpapiere
Aktuelle Meldungen

Krimitipps-Inhalt




Krimi-Tipp 42/2005
Ein Service des BoKAS Bonner Krimi Archiv (Sekundärliteratur)
Die Sekundärliteratur zum Krimi.

Willkommen bei Thomas Przybilka und BoKAS, dem Bonner Krimi Archiv (Sekundärliteratur), zugleich ein Service der Buchhandlung Missing Link.
Seit Jahren sammelt Thomas Przybilka Sekundärliteratur zum Krimi und informiert mit seinem Krimi-Tipp über Neuerscheinungen. Hier finden Sie den aktuellen Krimi-Tipp 42/2005!
Die römischen Ziffern vor dem jeweiligen Buchtipp ordnen ihn unter folgender Kategorie ein (Dieser aktuelle Krimi-Tipp ist im Gesamtverzeichnis noch nicht enthalten!):

Inhaltsverzeichnis:
I. Kriminalroman
A-L; M-Z
II. Hörfunk / TV / Video
III. Kriminalistik
IV. Varia
V. Preise



Alle besprochenen Titel und natürlich jedes andere lieferbare Buch können und sollten Sie bei Missing Link in Bonn bestellen, einer Buchhandlung, die sich auch auf die Beschaffung ausländischer Literatur spezialisiert hat.


KRIMI-TIPP 42/2005

Liebe Leser des KRIMI-TIPP,
nun ist es doch noch gelungen, vor Weihnachten und dem Jahreswechsel einen KRIMI-TIPP zusammenzustellen.
Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen die Informationen zum Krimijahrbuch 2006 von D.P. Rudolph (Hinweis 6 / Vorbestellung) und zu den Bibliographien "Lexikon der internationalen Krimiautoren" von A. Flückiger und der "Illustrierten Bibliographie der Kriminalliteratur im deutschen Sprachraum von 1796 bis 1945" von M. Schädel (beide Rubrik "Sekundärliteratur").
Die Damen Lehmer-Kerkloh ("Ausgelesen") und List ("Abgehört") haben sich in den Weihnachtsurlaub verabschiedet. Beide machen angeblich Ski-Urlaub – die eine im Schnee, die andere auf dem Wasser. Neue Beiträge dieser beiden sportlichen Damen also erst im nächsten KRIMI-TIPP.
Neu in diesem KRIMI-TIPP ist die Kolumne "Unter der Lupe". Hier sollen zukünftig längere Beiträge von Gastautoren zu verschiedenen Themen rund um den Krimi erscheinen. Den Anfang macht Dr. Bernd G. Bauske vom Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften (FASK) der Universität in Germersheim mit einem Exklusivbericht für den KRIMI-TIPP: "Warum ich Jean Amila übersetz(t)e".
Und wie immer hoffe ich, daß ich Sie wieder auf interessante Sekundärliteratur, spannende Hörbücher und unterhaltsame Krimis aufmerksam machen konnte. Die Bezugsanschrift für alle hier vorgestellten Titel finden Sie am Schluß der KRIMI-TIPP. Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören, bis dahin
mit besten Grüßen
Ihr Thomas Przybilka

Allen Lesern des Krimi-Tipp wünsche ich

Frohe Weihnachten und alles Gute für das Neue Jahr

Merry Christmas and a Happy New Year

Joyeux Nol et meilleurs voeux pour la Nouvelle Année

Los mejores deseos de una Feliz Navidad y un próspero Ao Nuevo afectuosamente


Hier die Tips zur Sekundärliteratur:

Hinweis 1: Der "KrimiKurier" kann kostenlos unter g.lehmer@t-online.de angefordert werden oder ist in wohlgeordneter Form unter www.alligatorpapiere.de zu finden.

Hinweis 2 – Click-Tipp: Die KRIMI-TIPPS 1 – 41 sind, wie immer, in sortierter und illustrierter Form unter www.alligatorpapiere.de (Link "Sekundärliteratur") zu finden.

Hinweis 3: Die bei den Alligatorpapieren eingerichtete Kolumne "Die Befragungen" wächst kontinuierlich. Hier wird mit der Zeit eine Sammlung von Interviews mit deutschen und ausländischen Krimiautorinnen und Krimiautoren nachzulesen sein.

Hinweis 4 Mail Tipp: Der KRIMI-TIPP wird seit einigen Ausgaben in Kanada von Prof. Norbert Spehner für sein französischsprachiges Bulletin MARGINALIA übernommen. Wer "Marginalia – Bulletin bibliographique des études internationales sur les littératures populaires" kennenlernen oder abonnieren möchte wende sich an nspehner@globetrotter.net.

Hinweis 5: Seit April 2005 gibt es die "KrimiWelt-Bestenliste", initiiert von Tobias Gohlis, Krimirezensent der Wochenzeitung "Die Zeit". Eine unabhängige Jury von 17 Krimikritikerinnen und -kritikern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wählt Monat für Monat die zehn, in ihren Augen, besten Kriminalromane (deutschsprachige wie Übersetzungen) des laufenden Monats aus. "KrimiWelt" ist ein Gemeinschaftsunternehmen von "Die Welt", "Arte" und "Nordwestradio". Also jeden Monat www.arte-tv.com/krimiwelt anklicken.

Hinweis 6 – EINLADUNG ZUR VORBESTELLUNG: Schon jetzt sei auf eine wichtige Neuerscheinung des Frühjahrs 2006 aufmerksam gemacht! Ca. März 2006 wird erstmals wieder (und endlich, darf ich noch hinzufügen) ein Krimi-Jahrbuch erscheinen. Und zwar in der Reihe "KrimiKritik". "KrimiKritik" hat sich von Titel zu Titel immer mehr profiliert und hat sich inzwischen als DIE deutsche Reihe zur Krimi-Sekundärliteratur bestens positioniert!
krimi-jahrbuch2006.jpg Rudolph, Dieter Paul (Hg):
Krimijahrbuch 2006.

2006, ca. 250 bis 300 S., ca. EURO 20,00.
Herausgeber Rudolph gliedert das Jahrbuch in fünf Teile und konnte nicht ganz unbekannte Beiträger verpflichten.
Teil 1: "Kriminelles Deutschland 2005" bietet einen Rückblick und eine Blick auf deutsche Kriminalromane an internationalen Schauplätzen, dazu Rezensionen, Interviews und Beiträge über Elemente des Krimis, Reflexionen über das Krimischreiben, oder Erfahrungen eines Krimichronisten.
Teil 2: "... der kriminelle Rest der Welt" mit einem Rückblick, entsprechenden Rezensionen, Autorenporträts und einem Interview. Dazu eine "Nahaufnahme" von David Peace über seine Leben und seine Arbeit.
Teil 3: "Ein Häppchen zur Stärkung" unterbricht mit einem kriminellen Menü und einem Kurzkrimi.
Teil 4: "Denken schafft Wissen schafft Denken" animiert zum Nachdenken wie z.B. über "Anatomiestunde – Zum Serienmörder-Phänomen" oder "Wieviel Kunst verträgt eine Kriminalroman" oder "Zum 'Kriminal' der 'Kriminalliteratur'" sowie Hinweise zur Sekundärliteratur.
Teil 5: "Nicht zu vergessen!" ein Nachruf auf Edward Bunker und/oder Michael Collins und ein Nekrolog auf die verstorbenen Kriminalschriftsteller/innen des Jahres 2005.
Wohl gemerkt, bei dieser Aufzählung handelt es sich um Arbeitstitel. Ein Blick auf die verschiedenen Beiträger (in alphabetischer Reihenfolge) wird Interessenten bestimmt zu einer (herzlich willkommenen) Vorbestellung veranlassen:
Jörg von Bilavsky, Wolfgang Bödeker, Axel Bußmer, Walter Delabar, Joachim Feldmann, Jürgen Fichtinger, Christian Geldmacher, Tobias Gohlis, Frank Keil-Behrens, Thomas Klingenmayer, Bernd Kochanowski, Gisela Lehmer-Kerkloh, Stefan Lichtblau, Ludger Menke, Astrid Paprotta, David Peace, Thomas Przybilka, Dieter Paul Rudolph, Frank Rumpel, Thomas Wörtche. Zugesagt haben inzwischen auch Ulrich Noller und Franz Schuh.
Ich denke, daß allein die Namen der Beiträger überzeugen. Und, wie gesagt, Vorbestellungen sind herzlich wilkommen.

HINWEIS 7: TERMINÄNDERUNGEN: Die Erscheinungstermine der folgenden beiden Titel haben sich leider verschoben:
Bußmer, Axel (Hg): Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors wird ca. Anfang 2006 erscheinen!
Mesplède, Claude (Hg): Dictionnaire des littératures policières wird ca. März 2006 erscheinen!

Hinweis 8 – KRIMI-TOUR-TIPP:Im KRIMI-TIPP 41 habe ich auf die geführte Maigret-Tour in Paris hingewiesen. Hier noch eine kleine Ergänzung: 2003, zum 100. Geburtstag von Georges Simenon, hat der Diogenes Verlag einen Faltplan von Paris aufgelegt, der 21 markante Punkte der französischen Hauptstadt auflistet, welche Maigret-Fans bei einem Besuch in Paris nicht auslassen sollten. Die Faltkarte "Durch Paris mit Maigret ... zur Butte de Montmartre, zu den Champs-Elysées, ins 5. Arrondissement und natürlich zum Quai des Orfèvres – dem legendären Hauptquartier der Pariser Kriminalpolizei ..." ist noch bei Oliver Hahn, Mitglied der Deutschen Georges-Simenon-Gesellschaft zu erhalten. Gegen einen an sich adressierten und mit EURO 0,55 frankierten Rückumschlag versendet Oliver Hahn, Seedorferweg 1 A, D – 34589 Borgdorf diesen Faltplan.



HINWEIS 9 – VERANSTALTUNGSTIPP: "50 Jahre Spionage" in Bonn heißt die (Spionage-)Tour von "StattReisen – Bonn erleben e.V." durch das Regierungsviertel der ehemaligen Bundeshauptstadt. Gesucht wird ein Dossier zweier ehemaliger Geheimdienstler der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) der DDR. Das Dossier, gespickt mit den Namen der in Bonn tätigen Spione sollte dem Bonner Büro von "StattReisen" übergeben werden, ist dort aber nur in Teilen eingegangen. Teilnehmer der Spionagetour werden auf heißen Fährten nach den fehlenden Teilen des Dossiers gesetzt. Man begegnet merkwürdigen Gestalten, ermittelt mit Unterstützung befreudeter Dienste an Treffpunkten, Wirkungsorten und toten Briefkästen der "Kundschafter für den Frieden".
Informationen über Termine (März bis Oktober), Gruppen- oder Individualtouren und Preise der konspirativen Spionagetour erhält man von:
StattReisen Bonn erleben e.V., Hauptbahnhof Bonn, Nordflügel, 1. Stock, 53111 Bonn, Tel: 0228 – 65 45 56 / Fax: 0228 – 242 52 55 / e-mail: StattReisen.Bonn@t-online.de. oder über die homepage: www.stattreisen-bonn.de .

HINWEIS 10 – VERANSTALTUNGS-TIPP: In englischen Krimis sind große Landsitze oder Schlösser oftmals als Hintergrund-Locations beliebt, wenn es darum geht, jemanden vom Leben zum Tode zu befördern. Krimifans in Deutschland können an einem Krimidinner auf Schloß Anholt am Niederrhein teilnehmen und gleichzeitig an der Aufklärung eines Mordfalls mitzuwirken. Die Familie Ashtonburry läd zu einem 4-Gang-Krimidinner im Stil der 60er Jahre dazu ein. Detaillierte Informationen und Termine entweder unter Telefon 0201 – 54 57 819 oder unter www.krimidinner.de.

Die Sekundärliteratur



Bargainnier, Earl F.:
The Gentle Art of Murder. The Detective Fiction of Agatha Christie.

2005 (Neuauflage), 238 S., Bowling Green University Popular Press / University of Wisconsin Press, £ 13,95 (zum Tageskurs zzgl. MWSt).
Bargainnier-the-gentle-art-of-murder.jpg Erstmals 1980 erschien "The Gentle Art of Murder" des 1987 verstorbenen Earl F. Bargainnier, Professor für Englische Sprache und Literatur am Wesleyan College. Im Juli 2005 wurde dieses amerikanische Standardwerk, das sich mit dem Werk der "Queen of Crime" beschäftigt, mit einigen Ergänzungen versehen neuaufgelegt.
Bargainniers Ansatz zu dieser grundlegenden Analyse der Kriminalromane Agatha Christies lautet "... this study is not a defense of either Christie or detective fiction my premises are that detective fiction is worth studying as an enormously popular genre and that Christie's work is a significant body within that genre just as the study is not a defense, it is not a biography...".
In sieben sehr ausführlichen Kapiteln bewertet Bargainnier kritisch: Setting / Characters / Plot / Devices, Diversions & Debits / Theme / The Achievement of Agatha Christie. Bargainniers Einleitung zu seiner Untersuchung beschäftigt sich mit dem "Golden Age Detective Fiction – An Introduction to Christie's Genre". Eine Chronologie der Kriminalromane und Kurzgeschichten, unterteilt nach Protagonisten (Hercule Poirot, Jane Marple, Tuppence und Tommy Beresford, etc), eine recht ausführliche Bibliographie der Sekundärliteratur und Titelverzeichnis aller Christie-Romane und -Kurzgeschichten ergänzen und erschließen das Werk. KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

I. Cox, Simon:
Sakrileg entschlüsselt. Dan Browns Bestseller von A bis Z.

cox-Sakrileg-entschluesselt 2005, 253 S., 8 S. farb. Bildtei, Heyne 43176, ISBN 3-453-43176-6 , EURO 7,95.
Nicht nur die Mystery-Thriller von Dan Brown verkaufen sich gut, auch die entsprechende "Entschlüsselungsliteratur" ist ein Renner. Schon im KRIMI-TIPP 40 wurde im "Dan Brown-Kasten" auf 8 Titel hingewiesen. Zwei davon sind soeben erschienen (s.u. Etchegoin/Lenoir). Die Verlage nutzen kräftig die Anziehungskraft des Megabestsellers "Sakrileg".
Simon Cox kommt, nach "Illuminati entschlüsselt", nun mit einem zweiten A bis Z-Erklärungsbuches auf den Markt. Er gibt Antworten auf viele Fragen, die sich Dan Brown-Leser bisher gestellt hatten oder auf die sie noch gar nicht gekommen sind. Obgleich Doppelungen in den vielen Entschlüsselungsbüchern nicht zu vermeiden sind, bieten alle zusammen ein gerüttelt Maß an Hintergrundinformationen. Wie alle anderen Bücher zu den Thrillern von Brown, dürfte auch "Sakrileg entschlüsselt" für die Dan Brown-Gemeinde ein "Muß" sein. KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

etchegoin-leoir-Das-Geheimnis-des-Da-Vinci-CodeI. Etchegoin, Marie-France / Lenoir, Frédéric:
Das Geheimnis des Da-Vinci-Code. Geheimbünde, Verschwörungen, codierte Gemälde und die wahren Schauplätze in Dan Browns "Sakrileg".

2005, 254 S., 8 S. farb. Bildteil, SP 4630, ISBN 3-492-24630-3, EURO 8,95.
Laut Verlag ist "Das Geheimnis des Da-Vinci-Code" der Bestseller Nr. 1 in Frankreich und soll die neuesten Erkenntnisse zu Dan Browns "Sakrileg" enthalten (s. o. Cox).
Etchegoin (Journalistin mit dem Spezialgebiet Kriminalfälle) und Lenoir (Philosoph und Chefredakteur der Zeitschrift "Le Monde des religions") ermitteln und erklären die religiösen Hintergründe in Dan Browns "Sakrileg".
Ihr Entschlüsselungsbuch ist in fünf Teile geglieder (Auf den Spuren der Prieuré de Sion / Das Rätsel Leonardo da Vinci / Jesus und Maria Magdalena / Von Kaiser Konstantin zum Opus Die – eine katholische Verschwörung? / Die Romanschauplätze – Korrespondenzen entziffern). Die beiden Autoren erforschten verborgene Quellen und reisten zu den Schauplätzen des Romans. Ihr Resümee: Die Realität, von der sich Dan Brown inspirieren ließ, ist noch viel faszinierender als die Fiktion. KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

I. Flückiger, Alex:
flueckiger-Lexikon -der-internationalen-KriminalliteraturLexikon der internationalen Krimiautoren. Von Agatha Christie bis Donna Leon, Ed McBain bis Henning Mankell, Georges Simenon bis Minette Walters, Eric Ambler bis Tom Clancy – die volle Dröhnung.

2005, 613 S., Books on Demand GmbH, ISBN 3-8334-3306-X EURO 36,00.
Mit einem Gewicht von knapp 1 kg liegt das "Lexikon der internationalen Krmiautoren" schwer in der Hand. Muß es auch, denn hier werden ca. 1350 Kriminalschriftsteller (wenn ich mich nicht verzählt habe) mit Kurzporträts und kleinen Bibliographien vorgestellt. Der Titel ist vielleicht etwas irreführend, besser wäre "Lexikon der internationalen Krimiautoren in deutscher Übersetzung", denn die Porträts, Kurzbesprechungen und Bibliographien basieren ausschließlich auf Krimis von Autoren, die es zu einer Übersetzung ins Deutsche gebracht haben.
Eine kurze und allgemein gehaltene Einleitung zum Kriminalroman und seiner Geschichte (leider nicht immer ganz korrekt), eine Minimalerläuterung von Fachbegriffen des Genres (nämlich kümmerliche 7!). Weiterhin eine subjektive Aufstellung des Verfassers der "größten Krimiautoren", der "schönsten Entdeckungen" und der "saftigsten Internetseiten" leiten zum eigentlichen Lexikonteil über.
Flückiger hat sein Lexikon nach Ländern gegliedert, dort wiederum sind die Autorinnen und Autoren alphabetisch gelistet. "In eigener Sache" läßt Flückiger wissen, das Lexikon "... enthält vornehmlich eine (subjektiv gefärbte) Auswahl wichtiger Autoren Wer ausschließlich billigste Konfektionsware oder nur einzelne für das Genre irrelevante Bücher verfasst hat, musste über die Klinge springen ...".
Wie bereits in der Einleitung, so fällt auch im Lexikonteil der flapsige Sprachstil Flückigers auf: "zusammengestiefelt" sind "Knaller" die so "in die Tasten gehauen", daß die "Kacke am dampfen ist". Dem im Pluralis majestatis schreibenden Autor ("wir wundern uns") hätte ein Lektorat wohl angestanden. Dann wären regelmäßig auftauchenden Adjektive wie "süffig" oder "situiert" oder die "Erwachsenenbildner" ersetzt worden. Kurzum, dieser Duktus hat in einem Lexikon nun absolut nichts zu suchen!
Wie erwähnt, ist das Lexikon nach Ländern in 17 Kapitel gegliedert (Grossbritannien und Irland – USA – Kanada – Australien/Neuseeland – Frankreich – Benelux – Deutschland – Österreich – Schweiz – Italien – Spanien und Portugal – Lateinamerika – Skandinavien – Russland – Osteuropa und Balkan – Afrika – Asien), eine nicht schlechte Idee, so hat der Benutzer einen klaren Blick auf Autoren kleinerer Krimi-Nationen, ohne daß diese von der Fülle der anglo-amerikanischen Autoreneintragungen (ca. 900) erdrückt werden. Gut getan hätte auf jeden Fall ein alphabetisches Autorenregister, um das Lexikon noch besser erschließen zu können.
Trotz meiner Mäkeleien: Alles in allem soll aber auch nicht unerwähnt bleiben, daß Flückiger mit seinem Lexikon die Lücke enger werden läßt, die seit "Walkhoff-Jordan" entstanden ist. Das "Lexikon der internationalen Krimiautoren" ist eine sehr gute Ergänzung zu bisher erschienenen (und jetzt meist leider vergriffenen) Krimi-Bibliographien und Nachschlagewerken zu Kriminalschriftstellern.
Interessenten, die dieses Handbuch häufig nutzen werden, sei zu zwei Exemplaren geraten – es ist zu befürchten, daß die Klebebindung bei intensiver Nutzung bald das Zeitliche segnen wird und aus diesem wichtigen Referenzwerk eine Loseblattsammlung wird. KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

III. Forst, Ludwina:
Der Mordfall Johann Greber. Tätersuche im besetzten Aachen 1922.

2005, 127 S., 20 s/w Abb., Sutton Verlag, ISBN 3-89702-910-3 EURO 14,90.
Im April 1922 berichten Zeitungen in Aachen und Umgegend über einen Mord im Aachener forst-Der-Mordfall-Johann-Greber.jpgWald, dem Grenzgebiet zum sogenannten Neubelgien. Der Zolldeklarant Johann Greber wurde von einem unbekannten Täter erschossen. Die Ermittlungen der deutschen Polizeibehörden wie auch die der Ermittler der belgischen Besatzungsmacht, des Auditeur Militaire, laufen auf Hochtouren. Ludwina Forst, engagiert in der stadthistorischen "Sammlung Crous" in Aachen und in verschiedenen Projekten des Vereins "Stadtbekannt & Co. Aachen e.V.", dokumentiert einen – für die damalige Zeit – kniffligen Kriminalfall.
Sorgfältig recherchierte die Autoren in Nachlässen, Kriminalakten und Protokollen und zeichnet vor dem Hintergrund der Besatzungszeit nach dem Ersten Weltkrieg ein sehr anschauliches Bild über das Leben im Grenzgebiet der Stadt Aachen und der Region Eupen-Malmedy. Kleiner wie großangelegter Schmuggel war fast mehr oder weniger die Normalität in dieser Zeit. Ihre Finger im Spiel hatten belgische Besatzungssoldaten, deutsche Zöllner und Eisenbahner. Gut möglich, daß Johann Greber von einer bewaffneten Zollstreife oder von Grenzbeamten getötet wurde. Möglich kann aber auch sein, daß er einem versuchten Raubmord zum Opfer fiel.
Trotz sorgfältigster Recherche durch die Autorin, der Abwägung aller möglichen Vorkommnisse und akribischer Prüfung deutscher wie belgischer Dokumente, kann auch Ludwina Forst kein Licht in diesen Fall bringen. Verdachtsmomente gibt es zwar reichlich, doch handfest zu belegen, welcher der Verdächtigen auch der Täter gewesen sein mag, war und ist nicht möglich. Im Jahr 1952 wurde die Witwe des Opfers, Margarete Greber, noch einmal von der Kriminalpolizei kontaktiert, um ihr endgültig mitzuteilen, daß der Mörder ihres Mannes nicht zu ermitteln sei. 30 Jahre nach dem Verbrechen werden die Ermittlungen endgültig eingestellt. Die Mordakte wurde bis 1970 im Landgericht Aachen verwahrt, dann wurde sie dem Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf übergeben.
Neben der Schilderung und Dokumentation dieses Mordfalls, gibt die Autorin auch einen ausführlichen wie interessanten Einblick in die Polizeiarbeit des Jahres 1922. Darin wird anschaulich Tatortarbeit und Spurensicherung, die Laboruntersuchungen und die gerichtsmedizinischen Methoden beleuchtet und anschließend über die damaligen Fahndungsmethoden und die Ansätze einer Kriminalpsychologie berichtet. KT 42
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I. Griswold, John:
Ian Fleming's James Bond. Annotations and Chronologies for Ian Fleming's Bond Stories.

2005, 449 S., zahlreiche Karten und s/w Abb., Authorhouse / Lightning Source, ISBN 1-4184-7828-8, $ 29,95 (zum Tageskurs zzgl. MWSt).
Es ist wirklich phänomenal, was John Griswold hier auf fast 450 Seiten zusammengetragen Griswold-ian-flemings-james-bond.jpghat! Der amerikanische Autor scheint sich ausschließlich mit Ian Flemings Romanen beschäftigt zu haben. Akribisch hat Griswold jeden Bond-Roman und jede Bond-Kurzgeschichte analysiert, englische Originalausgaben mit den amerikanischen Lizenzdrucken verglichen und in der Lilly Library der University of Indiana recherchiert (hier sind Flemings Manuskripte archiviert). Als Resultat seiner Recherche kann er in der Tat eine minuziöse Chronologie vorlegen.
Griswolds Analyse beginnt mit einer allgemeinen, auch hier schon recht detaillierten, Übersicht des Gesamtwerkes, einer Abhandlung über den britischen Secret Service wie ihn Ian Fleming darstellt, einem ausführlichen Lebenslauf James Bonds und einem allgemeinen Glossar. Einsprengsel wie "Chronology for Ernst Stavro Blofeld" oder über die Automobile, die Bond und seine Gegenspieler benutzen und die Waffen, die zur Anwendung kommen, lockern den ersten Teil auf.
Der Hauptteil ist den einzelnen Romane und Kurzgeschichten gewidmet. Die Analysen jedes Romanes / jeder Kurzgeschichte beginnen mit einem wahrhaft ausführlichem Glossar, darin auch Übersetzungen fremdsprachiger Termini, und mit zahlreichen Annotationen. Die dann folgende Chronologie hat Griswold nicht einfach nach Monaten oder Jahren unterteilt, sondern im Rhythmus Wochentag, Monat, Tag, Jahr und wo es sich feststellen oder mit höchster Wahrscheinlichkeit analysieren ließ, sogar mit Uhrzeit unterteilt.
Jedem Kapitel ist eine Landes- oder Ortskarte beigefügt, Illustrationen erklären besondere oder wichtige Begebenheiten. So wird zum Beispiel in der Untersuchung zu "Casino Royal" die Sitzverteilung am Roulettetisch zeichnerisch dargestellt oder "The European Roulette Wheel and Table" in Wort und Bild erklärt. 368 zum Teil sehr ausführliche Fußnoten und eine umfangreiche Bibliographie der Sekundärliteratur ergänzen Griswolds Untersuchung zum Leben des Spions ihrer Majestät.
Mit dieser Untersuchung hat sich Griswold die Lizenz als der Fleming/Bond-Chronist erarbeitet. Für eingefleischte James Bond-Liebhaber ist "Ian Fleming's James Bond" ein absolutes MUSS! An dieser Stelle Dank an Dr. Jost Hindersmann, ULB Osnabrück, für seinen Hinweis auf Griswolds Untersuchung. KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

I. Guignery, Vanessa:
The Fiction of Julian Barnes.

2006, 208 S., Palgrave / Macmillan, Harcover ISBN 1-4039-9059-X, £ 40,00 (zum Tageskurs zzgl. MWSt) / Paperback ISBN 1-4039-9060-3, £ 12,99 (zum Tageskurs zzgl. MWSt).
Guignery-the-fiction-of-Julian-Barnes.jpgJulian Barnes gehört mit zu den herausragenden britischen Schriftstellern unserer Zeit. In den achtziger Jahren schrieb er unter dem Pseudonym Dan Kavanagh vier bemerkenswerte Kriminalromane, die auch ins Deutsche übersetzt wurden [Duffy (Duffy, 1980) / Airportratten (Fiddle City, 1981) / Grobes Foul (Putting the Boot In, 1985) / Vor die Hunde gehen (Going to the Dogs, 1987)].
In der Reihe "A Reader's Guide to Essential Criticism" wird im Februar 2006 der Band "The Fiction of Julian Barnes" erscheinen, der die wichtigsten Kritiken, Rezensionen, Essays über das Werk des Autors und Interviews mit dem Autor versammelt. Das Kapitel "Barnes/Kavanagh – A Janus-faced Writer" beschäftigt sich mit den vier erwähnten Kriminalromanen (die deutschen Übersetzungen dieser vier Krimis sind leider seit Jahren vergriffen). KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

III. Kirchschlager, Michael / Bechler, Lothar:
das_grosse_obscurum.jpgDas Obscurum. Mord- und Schauergeschichten aus Chroniken des Alten Europa.

2005, 320 S., zahlr. s/w Abb., Verlag Kirchschlager, ISBN 3-934277-09-8, EURO 19,80
(Bestellen bei Missing Link)

das_saech_anhal_obscurum.jpgIII. Kirchschlager, Michael / Bechler, Lothar:
Das Sächsisch-Anhaltische Obscurum. Erschreckliche, scheuderliche & greuliche Geschichten sowie allerlei andere Merkwürdigkeiten aus alten Chroniken.

2003, 240 S., zahlr. s/w Abb., Verlag Kirchschlager,ISBN 3-934277-06-3, EURO 18,80 (Bestellen bei Missing Link)

das_saecsische_obscurum.jpgIII. Kirchschlager, Michael / Bechler, Lothar:
Das Sächsische Obscurum. Erschreckliche, scheuderliche & greuliche Geschichten sowie allerlei andere Merkwürdigkeiten aus alten Chroniken.

2001, 227 S., zahlr. s/w Abb., Kirchschlager Verlag, ISBN 3-934277-02-0, EURO 17,40
(Bestellen bei Missing Link)

das_thueringische_obscurum.jpgIII. Kirchschlager, Michael / Bechler, Lothar:
Das Thüringische Obscurum. Erschreckliche, scheuderliche & greuliche Geschichten sowie allerlei andere Merkwürdigkeiten aus alten Chroniken.
2001, 226 S., zahlr. s/w Abb., Kirchschlager Verlag, ISBN 3-934277-01-2, EURO 17,40
Im KRIMI-TIPP 41 war mein Hinweis auf "Mörder / Räuber, Menschenfresser" zu lesen. Wenige Zeit später traf im Archiv ein Bücherpaket mit den o.g. vier Titeln ein – unverlangt und dem Archiv mit freundlichen Grüßen der Autoren überreicht.
2001 entschloß sich der Diplomhistoriker Michael Kirchschlager, zusammen mit Lothar Bechler, zur Herausgabe einer Sammlung historischer Kriminalliteratur (true crime) unter dem Titel "Das Thüringische Obscurum". Die überaus positive Medienresonanz, wie auch der sehr erfolgreiche Verkauf dieses Bandes, veranlaßte die beiden Autoren, Herausgeber und Bearbeiter eine Reihe zu installieren: das "Mitteldeutschen Obscurum" war geboren.
Die Sammlung der Mord- und Schauergeschichten aus alten Chroniken wurde auf Sachsen und Sachsen-Anhalt ausgedehnt. Die liebevoll gemachten Bände, zum Teil mit Lesebändchen ausgestattet, sind mit vielen schwarz-weiß Abbildungen versehen. Die Quellen der beiden Herausgeber sind alte Chroniken, evangelische und katholische Exempelbücher, Berichte von Juristen, Kirchenbücher, Einzeldrucke und Flugblätter des 16., 17. und 18. Jahrhunderts.
Die einzelnen "greulichen Geschichten" und "Merkwürdigkeiten" werden von Kirchschlager und Bechler oftmals mit Erläuterungen zum besseren Verständnis versehen. Erfreulicherweise ist zudem jeder Band mit einer umfangreichen Aufstellung der benutzten "Quellen und Literatur" versehen. KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

II. Neumann, Andreas (unter Mitarbeit von Michael Petzel):
Sir John jagt den Hexer. Siegfried Schürenberg und die Edgar-Wallace-Filme.

2005, 223, S., 340 s/w & farb. Abb., Schwarzkopf & Schwarzkopf, ISBN 3-89602-473-6, EURO 19,90.
neumann-sir-john-jagt-den-hexer.jpgBereits im KRIMI-TIPP 33/2004 habe ich auf diesen Titel hingewiesen. Vom Verlag wurde der Erscheinungstermin immer wieder verschoben. Jetzt endlich, zum Ende des Jahres 2005, liegt die Bio- und Filmographie des Schauspsielers vor. Joachim Fuchsberger und Heinz Drache gaben die Inspektoren-Darsteller in den Wallace-Filmen. Eddi Arent durfte sich in der Abteilung Humor austoben. Siegfried Schürenberg hatte den Part des etwas steifen Sir John von Scotland Yard. Als Chef der britischen Hauptstadtpolizei verkörperte Schürenberg dreizehnmal ein und die selbe Person.
Neumann hat die Biographie des Theater- und Filmschauspielers mit den schönsten Fotos aus den Wallace-Filmen illustriert, dazu andere Aufnahmen aus der Karriere des Schauspielers, zahlreiche Filmkritiken und die besten bon mots von Sir John. KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

II. Reufsteck, Michael / Niggemeier, Stefan:
Das Fernsehlexikon. Alles über 7000 Sendungen von Ally McBeal bis zur ZDF-Hitparade.

2005, 1512 S., zahlr. s/w & farb. Fotos, Goldmann, ISBN 3-442-30124-6, EURO 49,90.
"Der ideale Lesestoff für alle, die eigentlich lieber fersehen"! Mit diesem Satz wirbt Reufsteck-das-fernsehlexikon.jpgder Verlag für das umfangreiche Nachschlagewerk der beiden Autoren.
Reufsteck und Niggemeier verstehen ihr Handwerk. Beide sind Journalisten – Reufsteck als Rundfunkjournalist und Kolumnist bei der FAZ, Niggemeier ist bei der FAS für die Medienseite verantwortlich – haben im Laufe der Jahre aufwendige Recherchearbeiten betrieben, um über 7000 Sendungen der letzten 55 Jahre detailiert berichten zu können (Redaktionsschluss war der 1. Juni 2005).
Hier findet auch der Krimiserien-Fan alles Wissenswerte zu noch im Gedächtnis gebliebenen Serien oder kann Serien wieder entdecken, die er schon längst vergessen hat. Alle Sendungen und Serien (mit drei und mehr Folgen) sind alphabetisch geordnet. Angegeben sind Sendejahr, Anzahl der Folgen, Produktionsland, Art der Sendung, Autor und Regisseur, Originaltitel und der heutige oder ehemalige Name des Fernsehsenders. Der Textteil zur Sendung informiert über Inhalt, Hintergründe, Skandale und Anekdoten. Der Fernsehkrimi-Fan findet seine Krimi-Serien von "Das A-Team" (1987) bis "Zwickelbach & Co." (1976), und begibt sich beim Nachlesen auf eine herrliche Zeitreise. Und köstlich auch die Kommentare der beiden Autoren zu den Abbildungen – frech und auf den Punkt gebracht und oftmals unterhaltsamer als manche Sendung.
Erschlossen wird "Das Fernsehlexikon" über ein 35seitiges Personenregister, ein Glossar erklärt Fachbegriffe und eine kleine Bibliographie weiterführender Literatur gibt Auskunft über Standartwerke. KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

I. Schädel, Mirko:
schaedel-illustrierte-bibliographie-der-kriminalliteratur.jpgIllustrierte Bibliographie der Kriminalliteratur im deutschen Sprachraum von 1796 bis 1945.

2006, Achilla Presse, 2 Bände in Schuber, je Band ca. 580 S., zahlr. Farb. Abb., ISBN 3-928398-92-X, Vorbestellpreis (vor Erscheinen) ca. EURO 145,00, Preis nach Erscheinen (ca. für die ersten drei bis sechs Monate) ca. EURO 175,00, Preis (ab ca. siebtem Monat nach Erscheinen) EURO 198,00.
Bereits jetzt sei auf eine wichtige Bibliographie der deutschsprachigen Kriminalliteratur hingewiesen. Jeder Sammler, der im Regal den (seit langer Zeit vergriffenen) "Walkhoff-Jordan" stehen hat, war über den Berichtszeitraum bis 1945 nicht informiert. Diese Lücke wird ab spätestens Dezember 2006 geschlossen sein!
Mirko Schädel, Schriftsetzer, Graphiker und seit 1990 Verleger hat sich dankenswerterweise die ungeheure Arbeit gemacht, eine "Illustrierte Bibliographie der Kriminalliteratur" für die in der Zeit von 1796 bis 1945 im deutschen Sprachraum publizierten Kriminalromane, Kriminalnovellen, Kriminalerzählungen und Kriminalgeschichten (die als selbständige Veröffentlichungen gelten), zu erstellen. Anthologien und Heftreihen werden ebenso gelistet sein.
Ausgangspunkt und Grundlage seiner Arbeit ist die eigene umfangreiche Sammlung, die seit 1993 entstanden ist. Die linken Seiten seiner Bibliographie werden für die bibliographischen Daten des Autorenalphabetes reserviert sein, auf den jeweils rechten Seiten werden die entsprechenden Bücher resp. Cover durchgängig in Farbe abgebildet sein. Nicht verzeichnet sind dramatische Texte, Kinder- und Jugendbücher, (echte) Kolportage, lyrische Werke oder Buchveröffentlichungen à la Pitaval. Erschlossen wird die Bibliographie durch Titel- und Reihenregister. Im Autorenalphabet wird es, soweit möglich, zusätzliche biographische Angaben zu den Autoren geben, bei Pseudonymen werden die Klarnamen (soweit recherchierbar) aufgelistet.
Mirko Schädel berichtet mir, daß er zur Zeit ca. 9500 Kriminalromane bibliographisch erfaßt hat. Dennoch ist es selbstverständlich, daß dieses Werk keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann und wird. Geplant sind auf jeden Fall Ergänzungen – in welcher Form und in welchem Zeitraum diese Ergänzungen erscheinen werden steht noch nicht fest. WICHTIG für alle Interessenten ist es aber zu wissen, daß diese Bibliographie nur in einer Auflage von 1000 Exemplaren erscheinen wird!
Damit der Autor die immensen Druckkosten hofft decken zu können, wird es daher drei verschiendene Preise geben (siehe oben): Einen Vorbestellpreis, den Preis bei Erscheinen für einen Zeitraum von ca. 3 bis 6 Monaten, danach den endgültigen Preis.
Allen interessierten Bezieher des KRIMI-TIPP möchte ich daher ans Herz legen, sehr frühzeitig das Werk zu bestellen. Über reges Interesse und, hoffentlich, ebenso viele Vorbestellung würde mich freuen. KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

I. Scherping, Jan:
180 außereuropäische Krimi-Ermittler.

2005, Karte/Poster, Format A 1, Achterbahn (a. VULL), ISBN 3-89982-901-8, EURO 8,95 zzgl. Porto.
Im KRIMI-TIPP 38/2005 habe ich auf das Krimi-Poster (oder die Krimi-Landkarte) "202 europäische Krimi-Ermittler" hingewiesen. Jan Scherping verläßt nun Europa und bietet scherping-krimiposter-welt.jpgals Ergänzung den Rest der kriminalliterarischen Welt an.
180 Polizei- und Privat-Ermittler aus Afrika, Asien, Australien, Mittel- & Südamerika und Nordamerika sind mit Namen, Berufsbezeichnung und Kürzest-Biographie im Textteil des neuen Krimi-Posters aufgelistet. Und zwar innerhalb der Länderlistung, der eine alphabetisch gegliederte Aufstellung der Städte-/Ortsnamen bzw. der Regionen folgt. Naturgemäß tummeln sich die meisten Ermittler in den USA und Kanada, für Mittel- & Südamerika konnte Scherping fünf Ermittler ausfindig machen.
Im Kartenteil selbst werden die Ermittler neben den markierten Städten, in denen sie ihrer Arbeit nachgehen, genannt. Für die Metropolen in den USA musste Jan Scherping bei der Aufstellung des ermittelnden Personals über den Rand seines Krimiglobus ausweichen. 3000 Exemplare seiner ersten (Europa-)Karte konnten verkauft werden.
Dieser Erfolg veranlasste Jan Scherping die Arbeit zu einer Posterkarte der außereuropäischen Ermittler aufzunehmen. Beide Posterkarten schmücken bestimmt jede Krimisammlung. Die Posterkarten werden vom Verlag leider nur ab einer Mindeststückzahl von 5 Exemplaren verkauft. D.h. Besteller sollten sich direkt für 5 Karten (eignet sich als nettes Geschenk) entscheiden oder müssen sich gedulden, bis insgesamt fünf Bestellungen hier eingetroffen sind. KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

II. Seeßlen, Georg / Jung, Fernand:
Horror.

2006, 2 Bde., 1006 S., 1000 Abb., Schüren Verlag, ISBN 3-89472-430-7 EURO 45,00.
Seesslen-horror.jpgAuf Filmbücher der Reihe "Grundlagen des populären Films" wurde bereits in der Vergangenheit im KRIMI-TIPP aufmerksam gemacht. Seeßlen und Jung bieten mit ihrer neuen Veröffentlichung eine äußerst umfangreich Geschichte des Horrorfilms. Chronologisch geordnet vom frühen deutschen phantastischen Stummfilm (1910/1920) und dem klassischen Horrorfilm aus den Studios von Hollywood, über die Monster-, Zombie- und Teenager-Horrorfilme der Mitte des 20. Jahrhunderts bis hin zu den blutigen Trash-, Gore- und Splatterfilmen der 70er Jahre.
Festgemacht wird all dies an vielen Filmbeispielen. Die Arbeit von Seeßlen und Jung zeigt in umfassender Weise sämtliche Phasen und thematischen Aspekte des Horrorfilms [Erscheinungstermin Januar 2006]. KT 42
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V. Der FrauenKrimiPreis "Agathe" 2005, dotiert mit 5.500,00 und ausgelobt von der Stadt Wiesbaden, wurde Ende November 2005 der Dortmunder Kriminalschriftstellerin Sabine Deitmer für ihren Roman "Scharfe Stiche" verliehen. Die Jury begründete ihre Entscheidung unter anderem mit dem professionellen Aufbau, dem aktuellen Thema und der ausgeklügelten Figurenzeichnung. (siehe dazu auch das Interview von Reinhard Jahn und Almuth Heuner mit der Autorin: "Scharfe Stiche – für mehr europäisch verrückte Geschichten jenseits der amerikanischen Bestseller" www.das-syndikat.com/deitin.htm)
Deitmer-scharfe-sticheDeitmer, Sabine:
Scharfe Stiche.

2004, 330 S., Krüger, ISBN 3-8105-0415-7 EURO 19,90.
Vor dem Eingang einer Privatklinik liegt in einem aufgerissenen Müllsack eine männliche Leiche. Dem Opfer wurden die Ohren abgeschnitten und Schweineohren angenäht. Er war Schönheitschirurg, ein Meister seines Faches. Die Ermittlungen von Kommissarin Beate Stein konzentrieren sich auf die Opfer des Professors, Frauen, die sich durch eine Operation verschönern wollen und enttäuscht wurden. (vt) Bleibt noch hinzuzufügen, daß mit den aktuellen Thema übrigens nicht das bundesweit verteilte Gammelfleisch (s. Schweineohren) gemeint ist. (tp) KT 42
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AUSGELESEN
von Gisela Lehmer-Kerkloh (Berlin)

entfällt, GLK macht Ski-Urlaub

ABGEHÖRT
von Gitta List (Bonn)

entfällt, GL macht Wasser-Ski-Urlaub auf den Malediven

UNTER DER LUPE

amila-Mond-ueber-Omaha
Warum ich Jean Amila übersetz(t)e Von Bernd G. Bauske
  • Jean Amila ist einer der ganz Großen der französischsprachigen Kriminalliteratur.
  • Jean Amila fehlt als Eintrag in Reclams Krimi-Lexikon
  • Jean Amila wird als großer Meister der zweiten Reihe (im Sinne derArno Schmidtschen Essays Von Büchern und Menschen) vom literarischen Frankreich unter seinem "richtigen" Namen Jean Meckert gerade wiederentdeckt.
  • Jean Amila steht in der Tradition des roman populiste, die im deutschsprachigen Raum nur ganz unzureichend rezipiert wurde und wird.
  • Jean Amila bringt nur in einigen deutschen Krimibuchhandlungen ein Glöcklein zum klingeln.
  • Jean Amila ist mit sechs Titeln (darunter der von uns übersetzte) in einer als Grundausstattung konzipierten Bibliothèque de base [du] polar francais der literarischen Propagandaabteilung des französischen Außenministeriums vertreten (auf gleicher Augenhöhe mit Simenon, aber noch vor Manchette und Léo Malet, denen je vier Musslektüren zugebilligt werden).
  • Jean Amila gehört in die Kategorie des roman parlant (Jérôme Meizoz), der gerade dabei ist, sich als wichtige Traditionslinie der französischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts zu etablieren.
Ich habe Jean Amila aus einer Synthese der obigen Überlegungen übersetzt:
Es ist undenkbar, daß einer der ganz Großen eines Genres, das inzwischen in der Öffentlichkeit ausführlich (nicht breit) rezipiert und gelesen wird, dem deutschsprachigen Leser weiterhin vorenthalten bleibt.

Dies insbesonders, da die Romane "unseres" Autors nicht nur "auf rein 'kriminalliterarischer' Ebene", sondern auch als Literatur tout court Lesevergnügen bereiten. (Allerdings ist die Spaltung in U- und E-Literatur [oder das, was sich dafür hält, beziehungsweise dafür gehalten werden soll] trotz hierzulande regelmäßig wiederkehrender gegenteiligen – ritualisierter – Behauptungen auch in Frankreich groß. Im Rahmen der Wiederentdeckung Amilas in der nicht-apostraofierten literarischen Landschaft unter seinem Zivilstandsnamen Jean Meckert wird zumindest nicht prominent auf seine Karriere als Jean Amila hingewiesen.)

Jean Amila steht zwar in der in Frankreich viel früher eintretenden und viel stärkeren Rezeption des angelsächsischen Krimis (Noir, si vous voulez), aber auch in der wichtigen Tradition des französischsprachigen populistischen Romans, der im deutschsprachigen Raum lückenhaft und unzureichend rezipiert ist. Dies eben bedingt seinen literarischen Anspruch, bildet aber auch eine gewisse Hürde für die Rezeption, da er sich damit doch deutlich in eine andere Handlungs- und ganz stark Schreibtradition (im Sinne von écriture) als der international dominierende angelsächsische Kriminalroman stellt.

Amilas Schreibe (écriture) ist an Fixpunkten orientiert (wie übrigens auch die des im deutschsprachigen Raum gleichfalls verkannten André Héléna, wenn auch auf literarisch deutlich höherem Niveau), die die mit Manchette eingeleitete Wende zum néo-polar teilweise verschüttet beziehungsweise schwerer erkennbar gemacht hat.

Dies mag ein Paar kleine Nachteile haben, hat aber den großen Vorteil, daß "unser" Autor in der Tradition des roman populiste bleiben kann, der die wahre große französische Traditionslinie des einheimischen Kriminalromans darstellt. (Vielleicht sollte man in Zukunft wie in der Kunstgeschichte von Präraffaeliten im französischsprachigen Krimi von Prämankisten reden, durchaus in vergleichbar aufwertender Absicht.)

Unser Roman setzt mit einem dramatischen Auftakt ein: Der ersten Landungswelle der Alliierten 1944 an Omaha Beach aus der Sicht eines "einfachen Soldaten". (Derselbe Strand übrigens, an dem Salinger [Der Fänger im Roggen] und – wenn auch etwas später – Stefan Heym [Nachruf, B: Der Morgen, 1990, pp 284-286] gelandet sind.)

Der "einfache – kämpfende – Soldat" hatte entgegen allen Erwartungen eine ganze Reihe von Landungen überlebt und ging während des großen Abschlachtens an Omaha Beach seiner Einheit verloren.

Dies ist der Angelpunkt für die Handlung des Romans: Nach etwas zwanzig Jahren und nach dem Tod seines "Nothelfers" versucht der Protagonist, die Erben davon zu überzeugen, dessen Erpressungen "einzustellen". Dazu konfrontiert er sich – und seine einheimische Frau, mit deren Hilfe und Unterstützung er fast vollständig in eine französische Identität als braver Familienvater und unauffälliger Staatsbürger hatte schlüpfen können – erstmals wieder mit dem Ort, an dem sein Wandel begonnen hatte.

Was natürlich – Noir oblige – eine Kette unvorhergesehener und unvorhersehbarer dramatischer Ereignisse auslöst. (Daß deren Höhepunkt nicht verrraten werden darf, brauche ich den Lesern dieser Zeitschrift sicher nicht zu begründen!)

Aber noch auf einer anderen Ebene hat der Autor ein Meisterstück vollbracht:
Dieser durch und durch antimilitaristische Roman kommt ohne jegliche Rhetorik aus.Und noch wichtiger und außergewöhnlicher: Jean Amila hat einen durch und durch libertären Roman geschrieben, ohne daß einer der Protagonisten auch nur je etwas von dieser Ideologie gehört hätte. Dahingehende Meinungsäußerungen fehlen so natürlich ganz.

Wollte man ein bißchen übertreiben, könnte man sagen, daß Amila einen libertären Bildungsroman geschrieben hat – allerdings gerade deswegen ohne personell-plakative Ausstaffierung mit entsprechendem sonst unumgänglichem und allgegenwärtigem mit folkloristisch wiedererkennbaren Ausstattungsstücken versehenem Personal.

P.S.: Mein Anlaß für die Beschäftigung mit Amila war übrigens ganz und gar außerliterarisch und nicht von Interesse für Kriminalliteratur bestimmt.

Da ich das große Vergnügen habe, Studierende in die Kunst des Übersetzens aus dem Französischen einzuführen, ist mir – ich wags kaum zu sagen – Amila aus sprachwissenschaftlichem Blickwinkel aufgefallen. Seine Sprache ist so exemplarisch an der Schnittstelle zwischen gesprochenem und geschriebenem Französisch angesiedelt, daß sich seine Texte hervorragend eignen, allgemein in die Probleme beim Übersetzen im Sprachenpaar Französisch/Deutsch einzuführen und diese vorbildlich in Theorie und Praxis zu diskutieren.
Daß dabei auch spannende und interessante Lektüre als "Nebenprodukt" abfällt, können Sie jetzt entdecken.
Beati voi, vi saluto!

© Bernd G. Bauske
[s. dazu auch "Amila: Mond über Omaha" (Rubrik "Ausgepackt")]

AUSGEPACKT Eine Auswahl der kürzlich im Archiv eingetroffenen Spannungsliteratur
November / Dezember 2005

(tp = Thomas Przybilka / vt = Verlagstext)

EINLADUNG ZUR VORBESTELLUNG
holteicoverHolteis, Carl von: Schwarzwaldau.
2006, ca. 300 S., Book on Demand GmbH, ca. EURO 24,00.
Vor gut 150 Jahren erschien der Kriminalroman "Schwarzwaldau". Im Januar 2006 wird dieser historische Krimi wieder greifbar sein.
Arno Schmidt meinte: "Wer mich nach unserm besten deutschen Krimi fragt, dem entgegne ich immer: 'HOLTEI, Schwarzwaldau'."
Und der Herausgeber und Wiederentdecker Dieter Paul Rudolph läßt dazu folgendes wissen:
Ein Projekt, das nicht nur der Historie geschuldet ist. "Schwarzwaldau" hat eine nachgerade stupende literarische Qualität, ist ein "Psychokrimi" voller überraschender holteicover-neu.jpgKonstellationen, der als Musterexemplar eines präzise gearbeiteten, mit filigranen Spannungsbogen durchsetzten Romans hätte dienen können. Dass diese Tradition nicht begründet wurde, ist zweifellos auch ein Versagen der Literaturwissenschaft. Teil aus naheliegenden Gründen – von Holtei galt als "Unterhaltungsschriftsteller" –, teils, weil das Buch selbst wegen seiner verstörenden Handlung nicht in den Kanon einer bildungsbürgerlichen Literatur zu pressen war. Es geht um sexuelle Toleranz, geistige Abgründe, den endgültigen Zerfall einer degenerierten Adelskaste – "Schwarzwaldau", literaturgeschichtlich zwischen Biedermeier und Reaslismus, bezieht seine Spannungen nicht zuletzt aus diesem Nebeneinander von scheinbarer Idylle und drohender Auflösung.
Beispiellos in der deutschen Kriminalliteratur des 19. Jahrhunderts, in Thematik und Ausführung seiner Zeit um einiges voraus. (drp) KT 42
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Amila, Jean:
Mond über Omaha
(La lune d'Omaha,
Übersetzung von Helm S. Germer [d.s. Bernd G. Bauske, Julian Löffler und Jürgen Wuttke])
.

2005, 211 S., Conte Verlag, ISBN 3-936950-33-4, EURO 10,00.
amila-Mond-ueber-OmahaDer Unterhaltungs- und Wissenschaftsverlag Conte startet mit "Amila: Mond über Omaha" eine neue Krimireihe, die sich zunächst auf die Krimis des französischen série noir-Autors konzentrieren wird.
Jean Amila (1910 – 1995) war, neben Léo Malet, wohl einer der bekanntesten Autoren der französischen Krimirichtung série noir. Sergeant Reilly gehört zu den Landungstruppen, die im Juni 1944 vor Omaha Beach in der Normandie von ihren Landungsbooten abgesetzt werden. Dieses Teilstück der alliierten Invasion an der Atlantikküste verlangte eine ungeheuren Blutzoll von den jungen amerikanischen Soldaten. Sergeant Reilly wird der einzige Überlebende seines Zuges nach der Schlacht sein. Zwanzig Jahre nach dem blutigen Gemetzel wacht Reilly über die Gräber seiner Kameraden auf dem Soldatenfriedhof von Omaha Beach. Die Kreuze stehen militärisch ausgerichtet in Reih und Glied, der Rasen ist bestens gepflegt. Alles scheint seine Ordnung zu haben. Erst der gewaltsame Tod von Friedhofsarbeiter Amédée Delouis bringt etwas ans Licht, was die Ruhe der Toten stört. Es liegen nicht immer die in den Gräbern, deren Namen auf den Kreuzen zu lesen sind. Es geht um Desertation, Mord und Erpressung.
In der Reihe "French Connection", auf die an anderer Stelle im KRIMI-TIPP bereits hingewiesen wurde, beschäftigt sich die 4. Ausgabe mit dem französischen Autor, der als Jean Meckert geboren wurde. (tp) KT 42
(Bestellen bei Missing Link)

Clarke, Richard A.:
The Scorpion's Gate.
(The Scorpion's Gate,
Übersetzung von Karin Dufner)

2005, 347 S., Hoffmann und Campe, ISBN 3-455-00866-6, EURO 19,95.
clarke-The-Scorpions-Gate-deutsch.jpgDie Amerikaner haben den Irak unfreiwillig verlassen müssen und ihr ehemalig bester Verbündeter in der Region, Saudi-Arabien, hat sich in einen fundamentalistisch-religiösen Staat namens Islamijah verwandelt. Auch hier gibt es starke Tendenzen, die USA mit ihren Militärs aus dem Land zu jagen. Die Amerikaner wehren sich vehement dagegen, denn im sunnitischen Islamijah befinden sich die wichtigesten und größten Ölvorkommen der Welt. China ist inzwischen zu einer Weltmacht aufgestiegen – die Insignien ihrer Macht: Atomraketen.
Ausgerechnet diese sollen jetzt in Islamijah stationiert werden. Und auch eine weitere Atommacht der Region streckt verlangend die Hände nach den Ölfeldern aus: Iran. Diese Situation ist ein gefundenes Fressen für die Falken im Weißen Haus. Die eigenartigsten Allianzen werden geschmiedet. "Gottlose" zusammen mit dem "Reich des Bösen" beginnen zu zündeln. Einige wenige aus den Geheimdiensten der USA und Großbritannien, sogenannte "Intellokraten" (den Begriff hat Clarke sich bei John Le Carré ausgeliehen) können und wollen etwas gegen die drohende Gefahr unternehmen.
Richard A. Clarke, bis März 2003 Terrorismus-Experte der US-Regierung, hat mit "The Scorpion's Gate" einen Polit-Thriller ganz im Stil von Tom Clancy vorgelegt. Der eine oder andere wird sich vielleicht noch an ein ähnliches, allerdings weltumspannendes, Szenario erinnern, das in dem, als Dokumentar-Roman angelegten, Buch "Der Dritte Weltkrieg" von General Sir John Hackett (1978 auf Deutsch bei C. Bertelsmann erschienen) geschildert wird. (tp) KT 42
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Davidson, Diane Mott:
Kaffee mit Schuss. Ein kulinarischer Krimi
(Double Shot, Übersetzung von Ursula Walther)
.
2005, 462 S., mit 13 Rezepten, Ullstein 26317, ISBN 3-548-26317-8, EURO 8,95.
davidson-Kaffee-mit-Schuss.jpgIn Großbritannien ist die Kriminalschriftstellerin Janet Laurence die ungekrönte Königin kulinarischer Krimis, in den USA ist es Diane Mott Davidson. Viele ihrer "Küchenkrimis" finden sich regelmäßig auf den US-Bestsellerlisten.
Goldy Schulz ist happy. Mit dem attraktiven historischen Roundhouse hat sie das ideale Gebäude für ihr neues Restaurant gefunden. Ausgerecht jetzt, als Goldy Schulz mit den Vorbereitungen für einen Leichenschmaus beschäftigt ist, wird sie niedergeschlagen. Als sie wieder zu sich kommt, bemerkt sie, daß die Kühlung des Kälteraums augeschaltet ist und zu allem Überfluß hat jemand Mäuse im Roundhouse ausgesetzt. Ihr erster Verdacht fällt auf den Hallodri und Ex-Ehemann John Richard Korman, soeben aus dem Gefängnis entlassen. Doch dann geschieht ein Mord und Goldy Schulz gehört zu den Verdächtigen. Goldy Schulz hat jetzt an zwei Fronten zu kämpfen: den Mörder ermitteln und das Roundhouse am Laufen zu halten.
"Double Shot", der Titel der Originalausgabe, bezieht sich auf den "Double-Shot-Schokoladenkuchen". Das Rezept dazu ist -– natürlich- im Rezeptteil des Krimis zu finden. (tp) KT 42
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Disher, Garry:
disher-willkuer-knaur.jpgWillkür
(Crosskill,
Übersetzung von Bettina Seifried)
.

2005, 269 S., Knaur 62303, 3-426-62303-X, EURO 7,95.
Seit zwanzig Jahren ist Wyatt Berufsverbrecher alter Schule. Er hat seine Regeln, und er lässt niemals zu, daß sie gebrochen werden. Aber Wyatt hat auch seine Zweifel, wie das Leben weitergehen soll. Denn mittlerweile laufen seine Coups nicht mehr so gut, er ist pleite, und nun hat auch noch eine Bande von Autoschiebern und Betrügern aus Melbourne ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Schnell wird der Jäger Wyatt zum Gejagten. (vt) KT 42
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Edwardson, †ke; Geh aus, mein Herz.
( G ut min själ,
Übersetzung von Angelika Kutsch)

2005, 349 S., List 60592, 3-548-60592-3, EURO 8,95.
edwardson-Geh-aus-mein-Herz.jpgSpätherbst in Göteborg. Privatdetektiv Jonathan Wide erhält den Auftrag, eine Frau aufzufinden, die von ihrem Ehemann vermisst wird. Überrascht stellt Wide fest, daß die Frau aus demselben smländischen Dorf stammt wie er. Doch kaum hat der Ermittler mit seinen Nachforschungen begonnen, wird die verstümmelte Leiche der Vermissten in einem Park entdeckt. Kurz darauf taucht eine zweite, ganz ähnlich zugerichtete Leiche auf. Auch diese Person stammt aus Wides Heimatort. Der Privatdetektiv fängt an, seine Vergangenheit zu durchforsten, und versucht so, den entscheidenden Zusammenhang zu konstruieren. Auf einem alten Schulfoto entdeckt er schließlich ein ihm unbekanntes Gesicht. Könnte es dasselbe sein, das er kürzlich im Göterborger Stadtpark gesehen hat und das ihn seitdem nicht mehr loslässt? Besteht etwa ein Zusammenhang zwischen den Verbrechen und der gemeinsamen Schulzeit der Opfer? (vt) KT 42
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Huby, Felix:
Bienzle und die schöne Lau / Bienzle und das Narrenspiel.

2005, 334 S., Fischer Taschenbuch 16949, ISBN 3-596-16949-6, EURO 8,00.
huby-Bienzle-und-die-schoene-Lau-fischer-tb.jpgEberhard Hungerbühler, der seit 1976 Kriminalromane unter seinem pen name Felix Huby schreibt, ist einer der fleißigen Autoren unter den deutschen Kriminalschriftstellern. Für 17 Kriminalromane um den Kommissar Bienzle, 32 Tatort-Drehbücher und weitere zu andere Fernsehserien (Abenteuer Airport, Ein Bayer auf Rügen etc) zeichnet Felix Huby verantwortlich. Für seine Verdienste um die deutsche Kriminalliteratur wurde er von der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur "Das Syndikat" 1999 mit dem Ehrenglauser ausgezeichnet.
"Bienzle und die schöne Lau" ist bereits 1985 in der Reihe rororo thriller erschienen, "Bienzle und das Narrenspiel" 1988 in eben dieser Reihe.
"Bienzle und die schöne Lau": Kommissar Bienzle wollte eigentlich in Blaubeuren Urlaub machen. Und Fritz Laible wollte eigentlich der Erste sein, der den Zugang zu der Felsenkuppel in der Schwäbischen Alb bekannt gibt. Der unterirdische See wird ihm zum Verhängnis. Bienzle muss ermitteln, warum dem Höhlentaucher Fritz Laible die Luft ausging. Auch Hanna Laible, genannt die schöne Lau, muss sich den eindringlichen Fragen des cleveren Kommissars stellen.
"Bienzle und das Narrenspiel": Bienzle scheint in seiner Freizeit der Ermittlungsarbeit nicht entrinnen zu können. Diesmal wollte er seiner Freundin Hannelore Schmiedinger zeigen, daß auch Schwaben in der Lage sind, Fastnacht zu feiern. Daß ihm ein Banküberfall mit Todesfolgen dabei in die Quere kommt und er sich um den des Mordes verdächtigen Albrecht Behle kümmern muß, war so nicht geplant. (tp) KT 42
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Jackson, Lisa: Ewig sollst du schlafen.
(The Morning After,
Übersetzung von Elisabeth Hartmann)

2005, 599 S., Knaur 63178, ISBN 3-426-63178-4, EURO 8,95.
jackson-Ewig-sollst-du-schlafen.jpgUm sie herum herrschte tiefe Dunkelheit. Ein süßlicher Geruch nimmt ihr fast den Atem, als die junge Frau aus tiefer Bewusstlosigkeit erwacht. Gedämpft hört sie das Prasseln von Erde und ein grausames Lachen. Panik erfasst sie, als ihr bewusst wird, daß man sie lebendig begräbt. Sie wird nicht das letzte Opfer des sadistischen Killers bleiben. Die verstörenden Taten des Mörders sind für die Journalistin Nikki Gillette zunächst nichts weiter als neuer spannender Stoff für die Titelseiten der Tageszeitung. Doch dann verschwindet ihre Freundin Simone. Nach einer angsterfüllten Nacht findet Nikki auf dem Beifahrersitzt ihres Wagens ein Tonband mit den verzweifelten Hilferufen ihrer Freundin – auch sie wurde Opfer des Serientäters. Noch ahnt Nikki nicht, daß der Mörder einen kranken Plan verfolgt, in dem sie selbst eine Schlüsselrolle spielt. (vt) KT 42
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Kerley, Jack:
Der letzte Moment
(The Death Collectors,
Übersetzung von Bettina Zeller)
.

2005, 413 S., Ullstein 26365, ISBN 3-548-26365-8, EURO 8,95. 14.
kerley-Der-letzte-Moment.jpgMai 1972, Mobile, Alabama, Bezirksgericht Mobile, Sitzungsaal von Richter Penfield: Der Serienkiller Marsden Hexcamp kann noch das Urteil der Jury vernehmen, dann wird er von einer verschleierten Frau erschossen. Im Jahr 2005 haben die beiden Sonderermittler Carson Ryder und Harry Nautilus bizarre Morde aufzuklären, die alle die Handschrift des von über dreißig Jahren getöteten Hexcamp tragen. Bei allen Leichen werden Teile eines zerschnittenen Gemäldes gefunden. "Die Kunst des letzten Augenblicks", eine der verquasten Philosophien des Serienkillers und selbsternannten Künstlers Max Hexcamp, scheint Wirklichkeit geworden zu sein. Die Ermittlungen führen von Alabama nach Florida, bis sich endlich eine heiße Spur für Detective Carson Ryder in Paris auftut. Alle Ermordeten waren sogenannte "Todessammler" – Menschen, die große Summen für Serienkiller-Memorabilien ausgaben. Zurück in Mobile scheint für Carson Ryder nun selbst das letzte Stündlein geschlagen zu haben. (tp) KT 42
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Khoury,, Raymond: Scriptum
(The Last Templar,
Übersetzung von Susanne Goga-Klingenberg, Anja Schünemann, Ulrike Thiesmeyer)
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2005, 558 S., Rowohlt Taschenbuch 24208,ISBN 3-499-24208-7, EURO 9,90.
khoury-scriptum.jpg Ritter, die in schimmernder Rüstung ein Museum in Manhattan ausplündern, und dies ausgerechnet während der Eröffnungsgala zu einer Ausstellung bisher nicht gesehener Schätze aus den sonst verschlossenen Magazinen des Vatikans, hat man im 21. Jahrhundert recht selten. Schauplatz der brutalen Plünderung ist das Metropolitan Museum of Art in New York. Das Vernisagepublikum kommt aus dem Geldadel und muss miterleben, wie einem Sicherheitsbeamten kurzerhand der Kopf mit einem einzigen Schwertstreich abgeschlagen wird. Ziel der Aktion ist eine unscheinbare kleine Maschine, ein sogenannter Rotorchiffrierer. Benutzt wurde dieses kleine Meisterwerk von den Tempelrittern während ihrer Kreuzzüge, um wichtige Mitteilungen zu verschlüsseln. Die "Enigma des Mittelalters" muss unter allen Umständen in die Hände eines, bisher, ehrenwerten Archäologen gelangen, der eines der ältesten und dunkelsten Geheimnisse des Vatikans entdeckt hat. Die verschlüsselten Dokumente sind bereits seit geraumer Zeit in seinem Besitz, den Rotorchiffrierer benötigt er zu Entschlüsselung. Die Archäologin Tess Chaykin und das FBI um den Sonderagenten Sean Reilly tappen zunächst im Dunkeln. Ein vom Vatikan abgestellter Berater bremst mehr als er hilft und entpuppt sich als über Leichen gehender Monsignore.
Dan Brown hätte etwas von Khoury lernen können. (tp) KT 42
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Kramp, Ralf:
Ein Viertelpfund Mord. Rabenschwarze Geschichten.
2005, Audio CD, gelesen von Ralf Kramp, 72 Minuten, KBV Verlag, ISBN 3-937001-67-0, EURO 11,80.
kramp-Ein-Viertelpfund-Mord.jpgWer einmal Ralf Kramp bei einen seiner Lesungen gehört hat, wird begeistert gewesen sein. Vorzulesen ist eine Kunst für sich, und nicht viele Autoren können von sich behaupten Meister in dieser Kunst zu sein.
Ralf Kramp ist so ein Meister, der pointiert und ausdrucksstark aus seinen Kriminalromanen und Kurzkrimis vorzutragen weiß. Die rabenschwarzen Geschichten die Ralf Kramp in "Ein Viertelpfund Mord" liest, werden den Freunden des schwarzen Humors gefallen. "Die Metzgerin", "Wickert", "Bruno", "Alles kommt wieder", "Cup H" und "Stille Schönheit" bieten dem Hörer haarsträubende Überraschungen un d skurrile Wendungen. (tp) KT 42
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Loewe, Elke:
loewe-sturmflut.jpgSturmflut. Historischer Roman.

2005, 285 S., 3 s/w Abb., rororo 24099, ISBN 3-499-24099-8, EURO 8,90.
Am 25. Dezember 1717 bricht eine gewaltige Flut die Nordseedeiche. Fast zehntausend Menschen ertrinken. Auch der junge Kätner Joenes Marten verliert seine Familie in den Wellen. Nur zwei Söhne bleiben ihm zunächst. Und eine Tochter: ein Kind, das der Vater noch nie gesehen hat. Joenes zerbricht fast an dem Schicksalsschlag. Ebenso schwer aber trägt er an dem Geheimnis der alten Schuld, die ihn an seinen blinden Bruder Claus bindet. Derweilen scheitern alle Versuche, den Deich zu flicken. In Joenes wächst die Wut. (vt) KT 42
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mcgrew-totenstill.jpgMcGrew, Chandler:
Totenstill
(Night Terror, Übersetzung von Sigrid Langhaeuser)
.

2005, 571 S., Knaur 63175, ISBN 3-426-63175-X, EURO 8,95.
Im Abstand von vier Jahren verschwanden in einer Kleinstadt in Maine zwei kleine Jungen spurlos. Die Ermittlungen wurden schließlich eingestellt. Doch jetzt wird Audrey, die Mutter eines der Verschwundenen, in schrecklichen Alpträumen von den Hilfeschreien ihres Sohnes verfolgt. Sie ist überzeugt, daß ihr Kind noch lebt – oder verliert sie einfach nur den Verstand? (vt) KT 42
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Inspektor-Carter-Prisma-Krimis.jpegMiller, John: Inspektor Carter. John Millers berühmte Prisma-Krimis.
13 packende Ratekrimis.
2005, 1 Audio-CD, gelesen von Philipp Schepmann und Silke Haupt, 61 Minuten, Prisma, EURO 10,80 (inkl. Versandkosten innerhalb Deutschlands).
Abonnenten von Tageszeitungen dürften die Rätsel-Kurzkrimis von John Miller nicht unbekannt sein. Zu lesen sind diese Kurzkrimis im "Prisma", dem Wochenmagazin zur Zeitung. Unermüdlich und Woche für Woche ermittelt Inspektor Carter, allerdings ergebnisoffen. Auf die Lösung der Rätsel um Mord und Totschlag, Raub und Spionage müssen schon die Leser selber kommen.
Die Redaktion von "Prisma" hat nun 13 dieser Rätsel-Krimis als Inspektor-Carter-Hör-CD aufgelegt. Gelesen werden sie von Philipp Schepmann. Der Hörer und "Armchair Detective" hat nach jedem Kurzkrimi ein paar Sekunden Bedenkzeit, um auf die Lösung des gerade vorgetragenen Falls zu kommen. Eine Uhr tickt vernehmlich im Hintergrund, dann erklärt Silke Haupt, wie und warum Inspektor Carter den Fall knacken konnte. Regisseur Ingo Gregus von der Kölner Produktionsfirma "Sound of Seduction" erläutert die Auswahl der Backgroundmusik so: "Wir haben musikalisch eine 60er-Jahre-Anmutung gewählt, einen Hauch Edgar Wallace. Ich glaube, das passt zu Inspektor Carter, der mit Hut und hochgeschlagenem Mantelkragen im nebligen London ermittelt".
Achtung!: Die CD ist NICHT im Buchhandel erhältlich, sondern nur direkt und gegen Scheck über EURO 10,80 bei Prisma, Kennwort "Carter", Stolkgasse 15, D – 50667 Köln oder gegen Überweisung an Prisma, Postbank Köln, Konto 296158-508, BLZ 370 100 50. Besteller aus dem Ausland sollten sich zunächst mit der Redaktion in Verbindung setzen, um sich über die Versandkosten informieren zu lassen. (tp) KT 42

neuwald-Goetterschwert.jpgNeuwald, Frédéric:
Götterschwert. Mysterythriller.
(L'Ombre d'Alexandre,
Übersetzung von Nora Schreiber)
2005, 363 S., Knaur 63203, 3-426-63203-9, EURO 8,95.
Wer gerne die Romane von Andreas Eschbach oder Massimo Manfredi liest, wird mit "Götterschwert" bestens bedient sein.
Der junge Archäologe Morgan entdeckt im Nachlass eines unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommenen Wissenschaftlers ein Schwert. Schnell läßt sich die Waffe als Grabbeigabe Alexander des Großen identifizieren. Eigenartig nur, daß die Waffe aus einer Materialligierung gefertigt wurde, welche zur Zeit Alexander des Großen unbekannt war. Morgan findet einen reichen Sponsor, der die Suche nach den restlichen Grabbeilagen finanziert. Die Expedition bleibt nicht lang geheim und Morgan und sein Team taumeln von einer lebensgefährlichen Situation in die andere. (tp) KT 42
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Nyala, Hannah: Eisjagd
(Cry Last Heard,
Übersetzung von Ursula Guinaldo)
.

2005, 354 S., Ullstein 26326, ISBN 3-548-26326-7, EURO 7,95. Die Halbindianerin nyala-Eisjagd.jpgTally Nowata arbeitet als Ranger für die Bergrettung in den amerikansichen Grand Tetons. Ein Notruf läßt sie und ihre Freundin Lancy in die Berge aufbrechen. Dort sollen zwei Bergsteiger in der vereisten Wand feststecken. Am Ort des Geschehens ist weit und breit niemand zu sehen. Bei einem absichtlich ausgelösten Steinschlag wird Tally verletzt und stürzt ab, ihre Freundin Lancy wird niedergestochen. Tally schafft es so gerade, sich in die Bergstation zu retten. Was folgt ist ein Alptraum: man beschuldigt sie, Lancy ermordet zu haben. Zur Zeit des Anschlags auf die beiden Frauen werden auch noch Tallys Töchter entführt. Tally heftet sich auf die Spur des Entführers und dringt immer tiefer in die verschneite Wildnis ein. Es beginnt eine erbarmungslose Jagd durch Eis und Schnee. (tp) KT 42
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Silva, Daniel:
Die Loge
(The Confessor,
Übersetzung von Wulf Bergner)
.

2005, 446 S., Piper, ISBN 3-492-04605-3, EURO 19,90.
silva-Die-Loge.jpgDaniel Silva, virtuoser Thrillerautor, nimmt sich in "Die Loge" der katholischen Kirche und des Vatikans an, genauer gesagt den damaligen Reaktionen und Aktionen des Vatikans während der Nazi-Zeit und der Judenverfolgung.
Soeben ist ein neuer Papst gewählt worden. Das neue Oberhaupt der katholischen Kirche will nicht nur den Vatikan "entstalinisieren", sondern Dokumente über das, zum Teil sehr innige, Verhältnis des Vatikan zu Hitlers SS-Schergen offenlegen. Aber selbst der Inhaber des Stuhl Petri ist vor weltlicher Niedertracht und Mordlust nicht geschützt. Eine reaktionäre Gruppe von Kardinälen, zusammengeschlossen in einer Geheimloge, will die Offenlegungen und den Anstoß zu einer klaren und objektiven Behandlung dieser vatikanischen Vergangenheitsbewältigung mit aller Macht verhindern. Ein wichtiges Wort hat auch der israelische Mossad mitzureden. Denn einer seine Undercover-Agenten wurde bereits tödliches Opfer der Geheimloge.
Daniel Silva packt ein, auf den ersten Blick, nicht kompatibles Ermittlerteam zusammen: ein Vertreter des Heiligen Stuhls und ein verdeckt arbeitender Mossad-Agent machen Jagd auf die Geheimloge und schützen das Leben des Papstes. (tp) KT 42
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Thürk, Harry:
Der maskierte Buddha. Hongkong-Krimis.

2005, 558 S., Das Neue Berlin, 3-360-01270-4, EURO 14,90.
thuerk-der-maskierte-buddha.jpg"DIE" (Delikte, Indizien, Ermittlungen) hieß die Vorzeige-Krimi-Reihe der ehemaligen DDR. Nach der Wende wurde die Reihe des Verlag Das Neue Berlin noch bis 2000 weitergeführt, dann war Schluß.
Harry Thürk, einer der bekanntesten und produktivsten Schriftsteller der DDR publizierte seine Kriminalromane in dieser Reihe. Das umfangreiche Werk des Autores umfaßt Dokumentationen zur Militärgeschichte, Romane, Kinderbücher und auch Kriminalromane.
Asien-Kenner Thürk (zum Beispiel "Dien Bien Phu", 1988, Militärverlag der DDR) erfand den Privatdetektiv Lim Tok, der in der Millionenstadt Hongkong auf einer Dschunke lebt. Lim Tok, Sohn einer Chinesin und eines Gis, war ehemals Polizist, bis er den Beruf an den Nagel hing, um auf eigene Faust und Rechnung diverse Fälle aufzuklären. Sein Pluspunkt sind beste Kontakte zur Polizeibehörde aber auch zur Unterwelt Hongkongs und seine Ungebundenheit. Schauplätze seiner Ermittlungen sind nicht nur Hongkong, sondern auch das chinesische Mutterland, Macao oder auch Tahiti. Lim Tok, der James Bond Asiens, hat Charm und Witz und bei seinen Ermittlungen so viel Erfolg, daß er sich vor Aufträgen kaum retten kann.
"Der maskierte Buddha" ist die Neuauflage von zunächst fünf Kriminalromanen Thürks, "Der maskierte Buddha", "Die toten Masseusen von Kowloon", "Tod auf Tahiti", "Die tätowierte Unschuld" und "Tuan Subutu läßt schießen".
Für den Februar 2006 ist ein weiterer Sammelband mit Lim Tok-Krimis geplant. Wer sich ein Bild über das Leben und Werk von Harry Thürk machen will, dem sei das Harry-Thürk-Forum empfohlen: www.harrythuerk.de.vu. Während der Zusammenstellung an diesem KRIMI-TIPP melden die Medien, daß Harry Thürk in der Nacht zum Donnerstag, 24.11.2005, nach langer Krankheit verstorben ist. (tp) KT 42
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Todd, Charles:
Die zweite Stimme. Ein Inspektor-Rutledge-Roman.
(A Test of Wills,
Übersetzung von Uschi Gnade)
2005, 383 S., Heyne 43130, ISBN 3-453-43130-8, EURO 8,95.
todd-Die-zweite-Stimme.jpgInspektor Ian Rutledge hat seinen Dienst bei Scottland Yard wieder aufgenommen. Ein Kollege, eifersüchtig auf die Verdienste, die Rutledge sich vor dem Krieg erworben hat, beauftragt ihn mit einem Fall, der von vornherein aussichtslos erscheint. In Upper Streetham, einem kleinen Dorf in Warwickshire, wurde Colonel Harris ermordet. Bei seinem morgentlichen Ausritt über seine Landgüter hat ihm der Mörder aufgelauert und ihn erschossen. Die örtliche Polizei ist zu nah mit den Dorfbewohnern verbunden, um unbefangen ermitteln zu können. Als Rutledge in Streetham eintrifft, begegnen ihm sowohl die Polizei wie auch die Bevölkerung mit Misstrauen. Besonders Lettice Wood, eine junge Frau, die der Ermordete bei sich aufgenommen hatte, reagiert auf Rutledges Befragungen abweisend und ausweichend. Ebenso ihr Verlobter, Captain Wilton, ein hoch dekorierter Kriegsheld. Es gibt nur einen Zeugen und er behauptet, er habe Colonel Harris an diesem Morgen mit Captain Wilton gesehen. Das Problem ist nur, daß der Zeuge unter einem schweren Kriegstraume leidet, und Rutledge weiß nur zu gut, was das bedeutet. (vt) KT 42
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willeford-ketzerei-in-orange.jpgWilleford, Charles:
Ketzerei in Orange.
(The Burnt Orange Hersey,
Übersetzung von Rainer Schmidt)
2005, 219 S., Pulp Master 19, Maas Verlag, ISBN 3-937755-004,EURO 12,80

Willeford, Charles: Die schwarze Messe.
(Honey Gal,
Übersetzung von Ango Laina & Angelika Müller)

2005, 283 S., Pulp Master 20, Maas Verlag, 3-937755-01-2, EURO 12,80.
Charles Willeford (1919 – 1998) ist hierzulande eigentlich erst mit seinen willeford-Die-schwarze-Messe.jpgKriminalromanen um Hoke Moseley bekannt geworden. In der Reihe "Pulp Master" sind soeben die Übersetzungen der frühen Pulp-Noir-Grotesken erschienen. Der Verlag spricht davon, daß diese jetzt erstmals in deutscher Sprache vorliegen. Dies mag auf "Die schwarze Messe" zutreffen. "Ketzerei in Orange" wurde allerdings erstmal 1991 unter dem Titel "Die Kunst des Tötens" als Ullstein Krimi 10706 in Deutschland publiziert. "Ketzerei in Orange": James Figueras möchte der größte Kunstkritiker unserer Zeit werden. Beste Gelegenheit dazu bietet das Interview mit dem berühmten Maler Jacques Debierue, dem Begründer des nihilistischen Surrealismus. Das Interview wurde vom reichen Kunstsammler Cassidy vermittelt, der als Gegenleistung ein Gemälde des Künstlers verlangt. Figueras soll es stehlen, auch wenn er dafür Tote in Kauf nehmen muss. "Die schwarze Messe": Sam Springer ist Buchhalter, Schriftsteller und Priester in Jacksonville, Florida. Er kämpft für die Rechte der Schwarzen, predigt Wasser und trinkt Wein. Sam Springer ist auch Ehebrecher. Und Sam Springer ist der beste Blender und Täuscher, den man sich vorstellen kann. Seine Predigten sind berühmt und seine Messen berüchtigt. (tp) KT 42
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winegardner-Der-Pate-kehrt-zurueckWinegardner, Mark:
Der Pate kehrt zurück.
(The Godfather Returns,
Übersetzung von Jürgen Bürger)

2005, 670 S., Heyne 43151, ISBN 3-453-43151-0, EURO 13,00.
Mario Puzos Mafia-Roman "Der Pate" wurde ein Welterfolg, die Verfilmung (Der Pate I – III) ebenso.
Mark Wingardner, Professor für Creative Writing an der Universität von Talahassee, bekannter Autor von Romanen und Sachbüchern (die u.a. von der New York Times hochgelobt wurden), hat sich an eine Fortsetzung des legendären Buches gewagt, nach dem der Verlag Random House und The Estate of Mario Puzo, die Erbengemeinschaft also, ihn damit beauftragten.
"Der Pate kehrt zurück" spielt in den Jahren 1955 bis 1962. Michael Corleone ist der neue Pate. Es gelingt ihm, die illegalen Geschäfte anderer New Yorker Mafiafamilien empfindlich zu stören und so seinen, vom Vater Vito übernommenen, Machtanspruch zu behaupten und auszudehnen. Die Pläne Michael Corleones sind allerdings nicht deckungsgleich mit denen der anderen Mafiafamilien. Michael Corleone will alle kriminellen Aktivitäten einstellen und versuchen als gesetzestreuer Bürger zu Reichtum und Macht zu gelangen. Wären da nicht die sizilianischen Blutsbande. (tp) KT 42
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